Vorlesung

Kultur- und Sozialgeographie der Großstadt

Wohnquartiere als sozial-räumliche Gebilde sind aus den aktuellen stadtentwicklungspolitischen Debatten nicht wegzudenken. Immer schon hat hier das „Quartier“ ein wesentliche Rolle gespielt, in den letzten Jahren zeichneten sind neue Trends ab: Quartiere, Kieze, Stadtviertel geraten verstärkt in den Fokus politischer Programme, investiver Maßnahmen und wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Im Bereich der Stadtpolitik sind insbesondere die Förderprogramme „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau Ost/ West“ zu nennen, denen die räumliche Bezugsebene des „Quartiers“ quasi eingebrannt ist. Die Immobilienwirtschaft entdeckt allmählich ebenfalls den Nutzen einer ganzheitlichen Quartiersbetrachtung, etwa beim Marketing von Wohnungsbeständen. In der Wissenschaft sind ebenfalls in den letzten Jahren verstärkte Aktivitäten zu verzeichnen, wie etwa die Gründung eines eigenen Arbeitskreises zum Thema innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Geographie.
Die bisherigen Erkenntnisse zum „Quartier“ sind jedoch trotz — oder gerade wegen — der Konjunktur des Wohnviertels in Forschung und Planungspraxis noch unsystematisch und unübersichtlich: Ob Evaluation, urbane Programm- oder Theoriedebatten — ein bisschen „Quartier“ ist meist inklusive. Bisweilen werden auch kultur- und raumtheoretische Fragen erörtert, deren Antworten von der konzeptionellen Abschaffung bis zur Re-Etablierung lokaler Zusammenhänge reichen.
Diese Forschungslandschaft, die stark mit der Planungspraxis verquickt ist, nutzen wir als unsere Arena, um in einer Vorlesung Themen der Quartiersforschung zu explorieren. Dabei wird es um Begriffe und Definitionen, Typologien, Quartiersentwicklungsdeterminanten, theoretische oder modellhafte Zugänge zum Quartier, um Methoden der Quartiersforschung, die aktuelle politische Praxis u.v.a.m. gehen.

Thema: Metropolitan Cultures

Nummer:

Fach: Geographie

Dozent: Adelhof

Termin: Di 11-13

Ort: Humboldt-Universität | Campus Adlershof

Mehr Infos

zurück zur Übersicht