Stadtentwicklung durch Großvorhaben
Die Realisierung von Großprojekten (z.B. Bahnhöfe, Opernhäuser, neue Stadtviertel) bedeutet stets einen Meilenstein in der Geschichte einer Stadt bzw. Stadtregion. In Zeiten geringer wirtschaftlicher Dynamik und knapper öffentlicher Kassen sind solche Projekte aber noch mehr: zum einen ?Leuchtturm? einer Stadtentwicklungspolitik, die mit ihrer Hilfe Entwicklungs- und Wachstumsprozesse anstoßen will, zum anderen Gegenstand widerstreitender Interessen und oft harter Auseinandersetzungen. Das Oberseminar befasst sich aus unterschiedlichen Perspektiven und anhand von Beispielen mit der Thematik städtischer Großprojekte. Dahinter steht die Frage, inwiefern derartige Projekte in der Regel halten, was sie versprechen und inwiefern sie einen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung zu leisten vermögen. Im ersten Teil der Veranstaltung sollen die konzeptionellen Grundlagen für die Beschäftigung mit Großvorhaben gelegt werden; hierbei wird es insbesondere darum gehen, gemeinsame Maßstäbe für die Analyse und Bewertung solcher Vorhaben zu erarbeiten (z.B. Verfahren zur Bewertung von Nachhaltigkeit, Kosten-Nutzen-Analyse...). Im zweiten Teil steht dann die Auseinandersetzung mit konkreten Großvorhaben im Mittelpunkt — z.B. Hauptbahnhof Berlin, City-Tunnel Leipzig, Stuttgart 21, Großflughaben BBI, Elbphilharmonie bzw. Hafen-City Hamburg, BuGa 2011 Koblenz etc. Ein Schwerpunkt wird auf verkehrlichen Infrastrukturgroßprojekten liegen; je nach Interessenlage können aber auch selbst gewählte Beispiele behandelt werden.
Thema: Planning & Governance
Nummer:
Fach: Geographie
Dozent: Nuissl
Termin: Do 15-17
Ort: Humboldt-Universität | RUD16, 1.206

