Hauptseminar

Neighbourhood Trek: Quartiere neu denken

Wohnviertel, Stadtquartiere, Kieze: Die Meso-Ebene des von Bewohnerinnen und Bewohnern als ihre lokale Verankerung in der (Groß)stadt empfundenen engeren Wohnumfelds hat in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung erlangt. Aktuelle Stadtentwicklungsprogramme wie "Soziale Stadt" oder "Stadtumbau Ost/West" konzentrieren sich auf das „Quartier“ als konzeptionellem Kern. Sie gehen sogar noch deutlich weiter, indem sie durch ihren sozial-räumlichen Imperativ dazu beitragen, die traditionellen sektoralen Verwaltungsstrukturen aufzubrechen und ihrerseits zu ver-räumlichen. Auch privatwirtschaftliche Wohnungsmarktakteure entdecken immer mehr den Quartierskontext als „Unique Selling Point“ im Portfolio ihrer Bestände und arbeiten mit spezifischen Quartiers-Vermarktungsstrategien. Diese paradigmatischen Entwicklungen vollziehen sich schon seit einiger Zeit. Die Kommunen im europäischen Ausland und in den USA sind seit Jahren auf der Ebene der "quartiers" oder der "neighborhoods" von gebietsbezogenen Politikformen geprägt ("Area Based Politics") und können als Pioniere in diesem Bereich gelten. Amerikanische Immobilieninvestoren entwickeln im Neubausektor bereits seit längerem ausdifferenzierte Quartiersdesigns für bevorzugte Zielgruppen (z.B. im Bereich des umstrittenen „New Urbanism“-Konzepts). Sowohl in der Wissenschaft als auch in der kommunalen Praxis ist das „Quartier“ inzwischen eine so geläufige Dimension, dass man durchaus von einer eigenständigen "Quartiersforschung" und "Quartierspolitik" sprechen kann.

Thema: Migration, Segregation & Integration

Nummer: 32052

Fach: Geographie

Dozent: Schnur

Termin: Do 15-17

Ort: Humboldt-Universität | Campus Adlershof

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